FUCH  |  EF  |  Deutsch  |  Reihe: Sachtexte analysieren

Zwischen Empörung und Engagement

Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Teilhabe beurteilen
📌 Diese Seite enthält alle Aufgaben sowie aufklappbare Hilfestellungen dazu. Klappe die Hilfen erst dann auf, wenn du wirklich nicht weiterkommst – und fange immer mit Stufe 1 an.
Aufgabe 1 Textzugang AFB I–II
a) Lies den Text sorgfältig und vollständig. Markiere zentrale Schlüsselbegriffe und gliedere den Text durch Randmarkierungen in Sinnabschnitte.
b) Formuliere einen Basissatz: Benenne in einem Satz, wer den Text verfasst hat, worüber er informiert und welche Kernaussage er vermittelt.
c) Fasse den Text in ca. 6–8 Sätzen zusammen. Schreibe im Präsens und in der dritten Person. Zitiere nicht direkt aus dem Text.
Hilfestellungen
💡 Stufe 1 – Schlüsselbegriffe & Sinnabschnitte

Überlege: Welche Begriffe tauchen immer wieder auf oder sind besonders wichtig für das Thema? Markiere sie mit einer Farbe.

Der Text hat einen klaren Aufbau: Wo wird das Problem eingeführt? Wo kommt die Studie? Wo ist das Fazit/die Forderung? Markiere diese Grenzen mit einem senkrechten Strich am Rand.

🔍 Stufe 2 – Formulierungshilfe: Basissatz

Ein Basissatz nennt alle wichtigen Textinformationen in einem Satz. Prüfe, ob alle Elemente vorhanden sind:

  • Titel · Autorin/Autor · Textsorte · Thema · Erscheinungsort/-jahr
„Der Bericht [Titel] von [Autorin], erschienen bei [Quelle] im Jahr [Jahr], thematisiert [Thema]."
💡 Stufe 1 – Inhaltsangabe: Worauf achten?

Eine Inhaltsangabe gibt den Text komprimiert in eigenen Worten wieder – keine Nacherzählung, kein Zitat. Drei Regeln:

  • Präsens: „Die Autorinnen erklären …"
  • 3. Person: nicht „ich", sondern „der Text zeigt"
  • Eigene Formulierungen – kein Copy-Paste

Tipp: Schreibe zu jedem Sinnabschnitt ein bis zwei Sätze.

🔍 Stufe 2 – Formulierungshilfe: Satzanfänge
  • „Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage, …"
  • „Die Autorinnen berichten, dass laut einer Studie der Yale University …"
  • „Im Mittelpunkt steht die These, dass …"
  • „Die Forschenden kommen zu dem Ergebnis, dass …"
  • „Abschließend betonen die Autorinnen, dass …"
Aufgabe 2 Vertiefende Auseinandersetzung AFB II
a) Beschreibe, wie das Design sozialer Netzwerke laut Text das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer beeinflusst. Gehe dabei auf die Konzepte Belohnungssystem und Lerneffekt ein.
b) Erläutere den Unterschied zwischen radikalen und gemäßigten Nutzerinnen und Nutzern hinsichtlich der Wirkung von Likes und Retweets. Nutze dabei konkrete Angaben aus dem Text.
Hilfestellungen
💡 Stufe 1 – Aufgabe 2a: Design und Verhalten

Schaue dir die ersten beiden Absätze genau an Z. 1–12. Frage dich:

  • Was wird mit mehr Likes und Shares belohnt?
  • Was bedeutet das für das künftige Verhalten der Nutzer·innen?
  • Mit welchem Begriff vergleichen die Autorinnen diesen Mechanismus?

Denke an das Prinzip: Verhaltensweisen, die belohnt werden, werden wiederholt.

🔍 Stufe 2 – Formulierungshilfe: Aufgabe 2a
1. Das Design der Plattform bewirkt, dass … (Z. …)
2. Dies führt dazu, dass Nutzer·innen künftig …

Einstieg: „Laut dem Text ist das Design sozialer Netzwerke nicht neutral, weil …"

💡 Stufe 1 – Aufgabe 2b: Radikale vs. Gemäßigte

Schaue dir den dritten Absatz an Z. 13–24. Markiere zwei Gruppen im Text:

  • Wie reagieren radikale Nutzer·innen auf Likes?
  • Wie reagieren gemäßigte Nutzer·innen darauf?

„Erläutern" bedeutet: nicht nur was passiert, sondern auch warum.

🔍 Stufe 2 – Formulierungshilfe: Aufgabe 2b
„Während radikale Nutzer·innen … (Z. …), reagieren gemäßigte anders: Bei ihnen … (Z. …). Das lässt sich damit erklären, dass …"

Abschluss: Was schlussfolgern die Forschenden für die Radikalisierung?

Aufgabe 3 Transfer – Fallbeispiel Wal AFB III

In der letzten Stunde habt ihr verschiedene Posts und Beiträge zum gestrandeten Wal Timmy untersucht und betrachtet, wie unterschiedliche Medien und Strömungen damit umgehen.

Erörtere, inwiefern der mediale Umgang mit dem Schicksal des Wals Timmy als Beispiel für die im Text beschriebene Empörungstheorie gelten kann. Wäge Argumente dafür und dagegen ab und komme zu einem begründeten Urteil.

Hilfestellungen
💡 Stufe 1 – Was bedeutet „inwiefern erörtern"?

„Inwiefern" verlangt kein einfaches Ja/Nein. Du sollst herausarbeiten, in welchem Ausmaß und unter welchen Bedingungen etwas gilt.

Mögliches Urteil: „Der Fall Timmy ist ein teilweise / eingeschränkt / vollständiges Beispiel für die Empörungstheorie, weil …"

Überlege: Welche Posts haben besonders viele Likes bekommen – und warum?

🔍 Stufe 2 – Argumente strukturieren

Dafür:

  • Wurden emotionale / empörende Beiträge stärker geteilt?
  • Gab es ein sichtbares Belohnungssystem (Likes, Shares)?

Dagegen:

  • Geht es beim Wal um Empörung – oder eher um Mitgefühl / Trauer?
  • Haben alle Nutzer·innen gleich reagiert?
„Der Fall Timmy zeigt die Empörungstheorie insofern, als … Allerdings unterscheidet er sich darin, dass …"
Aufgabe 4 Beurteilung AFB III

Erörtere, ob Like-Funktionen in sozialen Netzwerken abgeschafft werden sollten. Wäge dabei die Funktion von Empörung als Hinweis auf gesellschaftliche Missstände gegen die Gefahr der indirekten Steuerung von Debatten durch die Plattformen ab. Beziehe den Text in deine Argumentation ein und kennzeichne, wo du auf ihn Bezug nimmst.

Hilfestellungen
💡 Stufe 1 – Aufbau einer Erörterung

Eine Erörterung hat immer drei Teile:

  • These: Deine Position am Anfang oder am Ende formulieren
  • Abwägung: Mindestens zwei Pro-Argumente, zwei Contra-Argumente – je mit Belegen
  • Urteil: Begründet und differenziert, nicht nur Meinung

Trenne: Argumente aus dem Text (mit Zeilenangabe) und eigene Argumente.

🔍 Stufe 2 – Argumente und Textbezug

Pro Abschaffung (aus dem Text):

  • Likes verstärken Empörungsverhalten bei gemäßigten Gruppen Z. 17–22
  • Plattformen steuern Debatten indirekt Z. 27–29

Contra Abschaffung (aus dem Text + eigene):

  • Empörung kann auf Missstände aufmerksam machen Z. 25–26
  • Likes ermöglichen auch Solidarität und positive Verstärkung
Textbezug: „Wie die Autorinnen in Z. … zeigen, …" / „Dem gegenüber steht, dass …"